Donnerstag, 19. Februar 2026: Galicia – von Bierzo bis Rias Baixas

Für den Weinclub eine spannende Ecke Spaniens. Kommst du wieder mit auf Entdeckungsreise? Die Weibaugebiete Galiciens findest du auf der Karte unten.

Du hast nix aus dieser Ecke? Keine Problem – einfach bei Otti melden. Ich habe einige ‚Probeweine‘ mit über 94 Parker bestellt und gebe gerne was ab.

Mark und Otti freuen sich auf diese Entdeckungsreise!

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Offizielle Weinkarte Spanien: Ausschnitt Galicia

Donnerstag, 12. Februar 2026: Australien

Getrunkene Weine:

2021 Riesling White Label, Woods Crampton:
Petrol trifft auf Steinobst und Blumenstrauss, am Gaumen eine keck-spitze Säure, die kurz anstösst und dann mit mineralischer Eleganz wieder von dannen zieht.

2023 Chardonnay Tasmania, Tolpuddle:
Zeigt sich zunächst in leichter Reduktion, wie ein scheues Versprechen. Dann entfaltet er tropische Früchte und Feuerstein, unterstützt von einer Säure, die wie ein Stromschlag über die Zunge fährt. Ein Chardonnay, der klare Zeichen setzt und nicht fackelt.

1995 Ausvetia Shiraz, 1995, Penley Estate:
Australia meets Helvetia = Ausvetia. Menthol, Orangen, Birnenweggen, Cola. Spektakulär gealtert, noch voller Rock’n’Roll-Vibes, Lederjacke an, Bühne (und Gaumen) zum Beben gebracht.

1997 Mentor, Peter Lehmann:
Seinen Zenit hat der Mentor charmant hinter sich gelassen – doch statt zu jammern, lächelt er weise und zeigt, dass auch ein Gentleman im Herbstlaub noch genau weiss, wie man Eindruck macht.

1996 Stonewell Shiraz, Peter Lehmann:
Steigt mit Teer und immer noch erstaunlich frecher Brombeerfrucht aus dem Glas wie ein geschniegelter Asphalt-Casanova. Am Gaumen dann eine leichte Bitterkeit – ein Mückenfurz gegen diese betörend schöne Nase.

1998 Creek Block Shiraz, Greenock Creek:
Kommt mit Rauch, Salzzitrone und Zitrusabrieb um die Ecke, als hätte er die Nacht in einer Tapasbar durchgemacht und dabei heimlich am Grill genascht. Getrocknete Oliven rollen wie salziger Applaus des Meeres über die Zunge, und der Abschied ist so herzhaft und schillernd, dass selbst Poseidon vor Rührung sein Dreizack-Feuerwerk zündet.

2005 Alices Shiraz, Greenock Creek:
17,5 % – eher Port im Shiraz-Kostüm als Rotwein im Sonntagsanzug. Balsamisch, Schokokade, Melasse, ein Hauch Sweet Corn – zu viel Wumms, und doch tarnt sich der Alkohol so gekonnt, dass man ihm fast höflich die Tür aufhält.

2005 Petit Verdot, Ceravolo:
Ein Petit Verdot, der mit Bitterkeit, Säure und einer Handvoll Hagebutten ins Glas knallt, als hätte er sich auf dem Weg nach Bordeaux verlaufen und sei versehentlich in Down Under gelandet – eigenwillig, kantig und stur.

2010 Shiraz Alte Reben, Kaesler:
Stolziert mit Veilchen im Knopfloch und Heublumen im Haar durchs Glas, während Schwarztee lasziv nuschelt – und plötzlich weht dieser absurd klare Duft eines alten Kiosks mit druckfrischen Heftchen und Bazooka-Kaugummi-Papierchen vorbei. Dekadent. Nostalgisch. Kurz: geil.

2012 Block 6 Shiraz, Kay Brothers:
Düster und verrucht: Flieder und Süssholz im Bündnis mit einem Hauch Jodtinktur – das Finale zu kurz, die Lust bleibt.

2013 Cabernet Sauvignon Lenny’s Block, Ben Potts:
Kalte Asche, Kirschen, Cassis, frisch gemähtes Gras – und grüne Peperoni mit grosser Klappe. Noch ein rebellischer Teenager im Glas: ungestüm, leicht grün hinter den Ohren – und trotzdem schon ziemlich überzeugt von sich.

2014 Keyneton Euphonium, Henschke:
Cassis und rote Beeren führen ein hitziges Machtspiel, Tomatenmark und Zwiebelschalen flüstern leise Subplots, während ein Hauch Mineralik wie eine freche Lawine durch den Abgang rollt.

2016 Syrah McLaren Vale, Toby Bekkers:
Schwarze Früchte halten die Sonntagspredigt, Gewürze murmeln Amen, Blutorange blitzt dazwischen auf – Zitrusabrieb wie Randnotizen im Manuskript. Fein gebaut, pfeffrig im Nachhall, und das Finale zieht sich genüsslich in die Länge.

2019 Shiraz McLaren Vale G.A.M., Mitolo:
Speck und Blut auf staubiger Mineralität, Flieder im Knopfloch und eine Säure, die dir frech in die Hüfte zwickt – untypisch Australien, aber verdammt aufregend.

2020 Shiraz Springflat, Wild Duck:
Zwetschgen im Alkoholrausch, süsse Frucht, viel Druck. Noch etwas aus dem Takt geraten – ein Wein, der um Zeit bittet.

2005 Fortified Shiraz, Penny’s Hill:
Brombeermarmelade auf Espressobohne, daneben fläzt sich die Kaiser-Alexander-Birne im Feigenbademantel. Süss, rund, im Finale ein kleiner Stich – nicht böse. Nur damit du weisst: Ich bin fortified, Darling.

Donnerstag, 5. Februar 2026: Burgund Cote d’Or – best of Pinot Deutschland | Bottle battle

Getrunkene Wein:

2018 Homburg Silvaner trocken Asphodill Fürstlicher Kallmuth GG, Fürst Löwenstein:
Dieser Silvaner stolziert wie ein barocker Blumenkönig durch einen Feuerstein-Gewittersturm, schwenkt Kräuterbüschel und riecht dabei verdächtig nach sündhaft teurer Duftkerze mit Adelstitel. Feine Säure peitscht das saftige Spiel nach vorne, im Abgang leckt er frech an Salz und Stein – aristokratisch, durchgedreht und völlig schmerzfrei grossartig.

2004 Cuvée Guyard de Changey Nuits-Saint-Georges 1er Cru Les Murgers, Hospices de Nuits:
Dieser Burgunder kommt mit trüber Aura wie ein Philosoph nach der dritten Existenzkrise: Zimt, Waldbeeren, Tabak, Lakritz und ein Hauch abgestandene Cola flirten charmant aus dem Glas. Klassisch gereift, aber nach zwei Stunden so erschöpft wie man selbst nach zu viel Charmeoffensive – schnell trinken, bevor er endgültig die Contenance verliert.

2020 Corton-Perrières Grand Cru, Jean-Marc Voarick:
Rote und dunkle Frucht trifft staubige Grand-Cru-Attitüde, dazu ein leicht laktischer Touch und trockene Tannine mit Sandpapier-Mentalität. Mit Luft wird er zugänglicher – bleibt aber eher Grand Cru im Titel als im Nachhall.

2001 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, Sérafin Père & Fils:
Cola und rote Früchte treffen auf etwas unsaubere Holztöne, Tannenschösslinge, Lakritz und einen Hauch Blutorange. Kantige Tannine und eine Bitterkeit, die sich hochschaukelt, nehmen ihm am Ende jede Ausrede.

2013 Spätburgunder Steinwingert 2013, Friedrich Becker:
Kirschen, Orangenschale und Zimt streiten sich im Glas um die Vorherrschaft, während die Säure wie ein Professor mit Megafon über den Gaumen dozieren darf. Das lange, druckvolle Finish fühlt sich an wie ein Raketenstart mitten im Mund.

2018 Pinot Noir Mosel, Schlossgut Liebieg:
Früchtetee und Bonbons machen den ersten Auftritt, mehr Kirschtorte als Pinot, doch am Ende überrascht ein schieferwürziges Finale – wie ein Wink, der aus dem Glas flüstert: „He, ich komme von der Mosel.“

1994 Nuits-Saint-Georges, Remoissenet Père & Fils:
Toi Toi und Schwefel eröffnen, am Gaumen pelzig wie ein alter Teppich, dann sprudelt er los – wie ein Wein, der seine eigene Katastrophe feiert.

2015 Nuits-Saint-Georges 1er Cru Clos des Fôrets Saint Georges, Domaine de l’Arlot:
Ein schwefliger Waldschrat springt aus dem Glas, wirft überreife Orange, zimtigen Staub und garrigue-trockene Kräuter wie Konfetti, während im Halbschatten sehr reife Zwetschgen beleidigt schmollen. Säure und Tannine sind so kantig und unbeugsam, dass man unweigerlich denkt: Nicht trinken, sondern warten – auf Godot (und nein, ausdrücklich nicht auf die Winzerin Géraldine Godot)

2009 Chambolle-Musigny Les Cras 1er Cru, Domaine Michèle & Patrice Rion:
Süsse flirtet hier mit dem Waldarsenal aus Efeu, feuchtem Waldboden und reifen roten Waldbeeren, während Wacholder geschniegelt dazustösst und kurz salutiert. Eine lebhafte Säure gibt dem langen, erstaunlich zurückhaltenden Abgang einen kecken Tritt – als wolle der Wein sagen: Ich könnte lauter, aber ich muss nicht.

2017 Beaune Bressandes 1er Cru, Domaine Chanson:
Rote Kirschen und Waldbeeren tanzen mit einem Hauch von Gewürzen und Blüten einen Frühlingsreigen, während feine, geschmeidige Tannine dir vorgaukeln, du würdest entspannt auf einer Quietschente den Rhein hinunterschaukeln.

2005 Nuits-Saint-Georges Les Charbonnières, Boisset:
Dunkle Streumiwolken ziehen auf, verdunkeln die Sinne und lassen dich nur noch eine Frage denken: Warum nur wurde dieser Wein nicht ein paar Jahre früher geöffnet?

2009 Chassagne-Montrachet La Goujonne Vieilles Vignes, Hubert Lamy:
Eine erdige Nase, säuerliche schwarze Früchte gewandet in geheimnisvolle Gewürznoten, marschiert streng wie ein Offizier über den Gaumen – nur um im bitteren Finale wie ein Schattenspiel in der Dämmerung zu entschwinden.

2017 Pinot Noir Schweigen, Weingut Friedrich Becker:
Tut so, als flüstere er dir Geheimnisse, liefert aber nur Asche, Harz und murrige Beeren. Vollmundig ja, der Schmelz liegt im Koma, Tannine hauen dir eins auf die Fresse, und der Abgang murmelt: ‚Schweigen ist Gold – diesmal eher bitter.‘

2019 Spätburgunder aus den Lagen, A. Christmann:
Die Nase klar wie ein frisch poliertes Weinglas, garniert mit Blumenduft und einem würzig-röstigen Unterton. Am Gaumen kantig wie ein Lineal, Säure auf Hochspannung, der Abgang verabschiedet sich mit einem kleinen bitteren ‚Tja, so bin ich eben‘.

2018 Pinot Noir Barrique Gutenberger Schlossberg, Genheimer-Kiltz:
Riecht erst mal nach Bahnhof, und echte Kenner schnüffeln sogar ‚schwarzer Afghane‘. Verbrannter Espresso mischt sich mit adstringierenden Tanninen, ein Hauch Bitterkeit blitzt auf – harmonisch? Naja, sagen wir mal, er spielt sein eigenes, kantiges Solo.

1975 Spätburgunder Spätlese Assmannshäuser Höllenberg, Kloster Eberbach:
Dieser Spätburgunder stolpert wie ein gothischer Sommelier aus einem vergessenen Mitternachtsfilm ins Glas: Badesalz in der Nase, Oliven im Mantel, Grüntee als seelischer Beipackzettel. Eine 1975er Spätlese, die nicht altert, sondern delirierend rezitiert.