Donnerstag, 28. Mai 2026: Barolo & Spezialitäten aus Ligurien

Getrunkene Weine:

2013 Riesling Trittenheimer Apotheke GG, Grans-Fassian: Diese Apotheke hat keine Öffnungszeiten – nur Nachhall. Steinobst, leicht mehliger Granny Smith, warmer Schiefer und eine Säure wie der Blick des Dorfapothekers kurz vor Ladenschluss.

2025 Vementino Etichetta Nera, Lunae: Melonenbonbon in der Nase und im Abgang, dazu Blumen, etwas Rauch – und salzig wie rasch weggewischte Freudentränen.

2021 Barolo, Mauro Molino: Erdbeeren, Kirschen, ein Hauch Tabak und Kräuter, die sich nicht verabschieden wollen. Am Gaumen überraschend leichtfüssig, bis die Würze wieder übernimmt und bis zum Schluss auf der Bühne bleibt.

2018 Barolo Villero, Sordo: Kirschen, Rosenblätter, Teer und Lakritz. Am Gaumen nicht im Gleichgewicht – der heisse 2018er Jahrgang blitzt kurz durch, bevor das Finale herb-bitter ausläuft.

2019 Barolo Castiglione, Vietti: Holz, Erde, Teer, Kirschen und Pflaumen – als würde jemand Barolo in Schichten erzählen. Am Gaumen engmaschige Tannine und feine Säure, alles noch ein bisschen ernst im Ton, bevor ein langes, leise mineralisches Finale das letzte Wort übernimmt.

2016 Barolo, Marengo: Mehr Dörrobst und Rumtopf, als einem lieb ist. Am Gaumen auszehrend und deutlich alkoholisch, mit wenig Interesse an Harmonie.

2015 Barolo Cannubi, Marchesi di Barolo: Dunkle Kirschen, rote Früchte, Karamell und Kokos – fast schon Dessertstimmung. Am Gaumen vollmundig und fruchtbetont, üppig, bis die deutlich präsente Säure dem Ganzen wieder eine ernstere Richtung gibt.

2012 Barolo Ravera, Cogno: Mehr Bratensauce und Liebstöckel als Ravera-Romantik. Tabak, Pilze – und ein brutal zehrendes Finale, das jede Idee eines zweiten Glases zuverlässig erledigt.

2010 Barolo Ornato, Pio Cesare: Dunkle Früchte, Teer, Cola, Rosen – Barolo mit geschniegelt glänzender Stirn. Am Gaumen konzentriert, die Säure etwas zu stark im Vordergrund, der ultralange Abgang deutlich von süssem Holz begleitet.

2010 Barolo Bussia, Parusso: Kaffee, schwarze Kirschenmarmelade, etwas Francipani – kurz der Verdacht: Barossa Shiraz? Am Gaumen kräftig und intensiv, mit Schwarztee im langen Finale. Wild dekadent, aber erstaunlich knuddelig und trinkfreundlich.

1967 Barolo La Rosa, Fontanafredda: Fast 60-jährig und immer noch trinkbar: ein Hauch Maggi, Pilze, Tabak – dazu ein süssliches Finale, das man am liebsten einrahmen und übers Bett hängen würde.

Donnerstag Degustation

Donnerstag, 4 Juni 2026 | 19:00 – 22:00

Meinweinkeller – Vinotti, Feldstrasse 16, Winterthur, 8400, Schweiz

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Donnerstag, 7. Mai 2026: Serie Bordeaux: St. Emilion Teil 3 & Sauternes

Getrunkene Weine:

1999 Château Monbousquet Bordeaux Blanc:
1999 und immer noch fresher als mancher Naturwein von gestern. Apfel, Birne, Honig, satte Süsse – und null müde. Hat die Jahrzehnte einfach weggeatmet.

2009 Château Bellefont-Belcier Grand Cru Classé:
Riecht wie ein frisch lackierter Partykeller und schmeckt leider genauso. Am Gaumen komplette Vollkatastrophe. Fazit: Korkton wäre Luxus gewesen.

1978 Château La Clusière Grand Cru Classé:
Rauchspeck, Waldboden und dazu eine ordentliche Ladung rostiger Nagel. Am Gaumen grün wie unreife Paprika auf Klassenfahrt. Speziell.

1989 Château Soutard Grand Cru Classé:
Metallisch, grün und olfaktorisch irgendwo zwischen nassem Kupfer und Bahnhofsklo. Vermutlich Flaschenfehler. Hoffentlich.

2009 Château Fleur Cardinale Grand Cru Classé:
Schwarzkirsche, Schokolade, Cassis, Lakritz — dann schleicht sich nasses Tierfell ins Glas. Geschliffen, langer Abgang, der Alkohol macht keinerlei Heimlichkeiten. Bordeaux für Leute, denen subtil zu langweilig ist.

2006 Château Bélair Premier Grand Cru Classé:
Cassis, Lakritz, Blumen und hinten raus ein kleiner Medizinschrank. Plüschiger Bordeaux mit mehr Ausstrahlung als alle sieben Zwerge – nur Schneewittchen hat abgesagt.

2000 Château Troplong Mondot Grand Cru Classé:
Dunkle Beeren, Cassis, Schokolade, zugänglich und vollmundig. Ein 2000er, der reinkommt wie ein Gentleman und geht wie ein Rockstar.

1998 Château Canon-la Gaffelière Grand Cru Classé:
Ein Hauch Stall, Tabak, Leder, schwarze Kirschen, Lakritz. Kein Charmeur, eher störrische Bulldogge, die dich kurz anschaut und dann entscheidet, dass du hier eigentlich nichts zu melden hast. Schreit nach Steak, nicht nach Smalltalk.

2016 Château Pavie Premier Grand Cru Classé “A”:
Tiefdunkle Farbe, Zitrusabrieb, Süssholz, Kirschen, Cassis, Schokolade. Dekadent üppig, fast schon drüber – schillert wie Elton John in Glitzerphase. Grosses Kino, mit leichtem Hang zur Selbstverliebtheit.

2003 Château Rieussec Grand Cru Classé:
Marzipan, Kandiszucker, Honig, ein Hauch Safran. Opulentes Jahr, in dem die Säure höflich zur Seite trat. Aber dieser Rieussec hält noch sauber durch – einige andere 03er waren schon über dem Zenit.

Donnerstag Degustation

Donnerstag, 4 Juni 2026 | 19:00 – 22:00

Meinweinkeller – Vinotti, Feldstrasse 16, Winterthur, 8400, Schweiz

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